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Sehnsucht Eis

Montag, 3. Oktober 2022

 

Die heimischen Kunstbahn-Asse switchen vom Trockentraining in den Eiskanal. Nach dem sommerlichen Kraftakt rückt ab sofort wieder das eigentliche Thema in den Vordergrund. Die Saison starten in zwei Monaten mit dem Heim-Weltcup in Igls.

Personelle Änderungen im Trainerstab, eine zusätzliche Disziplin, neue Herausforderungen im Schlittenbau – bei den heimischen Olympiarodlern hat sich einiges getan. Nach arbeitsintensiven und schweißtreibenden sechs Monaten wird ab sofort wieder Fahrt aufgenommen. Der Kick-Off für das Training auf Eis passiert in Lillehammer, wo in der bevorstehenden Saison die EM-Medaillen vergeben werden. Es folgen Trainingswochen in Sigulda und Altenberg, ehe es zurück auf heimisches Eis geht. Vor dem Weltcup-Auftakt am 3./4. Dezember in Igls steht noch eine Testwoche auf der WM-Bahn in Oberhof und die österreichischen Staatsmeisterschaften auf dem Programm.

Viel Tiefe, mehr Breite

Das heimische Nationalteam startet mit alter Stärke und noch mehr Breite in die neue Saison. Selina Egle und Lara Kipp versuchen sich im Frauen-Doppelsitzer, der bei den Winterspiele 2026 seine Olympiapremiere feiert, zudem starten beide auch in den Einzeldisziplinen. Mit Madeleine Egle, Hannah Prock und Lisa Schulte, die bei den Peking-Spielen mit den Rängen vier, fünf und sechs im Kollektiv aufzeigten, drängen erstmals seit der Saison 1999/2000 wieder fünf ÖRV-Damen in den Weltcup. Bei den heimischen Herren-Einsitzer können sich neben den Arrivierten beim Trainingsauftakt in Norwegen auch die Junioren Noah Kallan und Florian Tanzer beweisen, damit stehen ab heute insgesamt 17 Athletinnen und Athleten, ein fünfköpfiges Betreuerteam und 26 Schlitten stehen auf dem Prüfstand.

Unter der Regie von Neo-Cheftrainer Christian Eigentler gilt es Gutes noch besser zu machen und noch stärkeren Druck auf die Rodel-Großmacht Deutschland auszuüben. Dafür wurden im Umfeld neue Reize gesetzt und Rodel-Legende Georg Hackl nach Österreich gelotst. Der ausgewiesene Materialexperte teilt sich beim Schlittenbau die Verantwortung mit Peter Penz. Das Duo verbrachte in den vergangenen sechs Monaten knapp 1.500 Arbeitsstunden in der Werkstatt, ein Großteil davon galt den Doppelsitzern. Der Schlitten der Damen musste komplett neu gebaut, jener der Herren aufgrund einer Regeländerung adaptiert werden. Um die Sturzgefahr zu minimieren, wurden die Arbeitsgeräte von Steu/Koller und Co. tiefer gelegt, was in Kombination mit einem breiteren Kufenabstand mehr Sicherheit bringen soll.

„Der Sommer war sehr produktiv und positiv, die Hausaufgaben sind getan. Wir haben im athletischen Bereich intensiv und gut gearbeitet, die Ergebnisse der letzten Tests passen, auch Armin Müller ist nach seiner schweren Unterarms-Verletzung, die er sich in Peking zugezogen hat, wieder voll belastbar. Jetzt geht es darum wieder gut ins Rodeln reinzufinden, Gefühl aufbauen und Tempo mitzunehmen. Uns bleiben sechs, sieben Wochen, um das Material auszutesten und an den wesentlichen Schrauben zu drehen. Hinzu kommt die Integration der Damen-Doppelsitzer in den Weltcup, ein Prozess, den wir behutsam angehen und aufbauen wollen“, berichtet Cheftrainer Eigentler.

Thüringer Eisarena und Gesamtweltcup im Fokus

Nach dem Saisonstart am ersten Dezember-Wochenende in Igls übersiedelt der Rodeltross nach Übersee, wo vor Weihnachten die Rennen in Whistler und Park City über die Bühne gehen. 2023 wird zunächst in Sigulda gerodelt, ehe am 14./15. Jänner mit der Europameisterschaft in Lillehammer und zwei Wochen später mit der Weltmeisterschaft in Oberhof die Saisonhöhepunkte erfolgen. Bei der Generalprobe im Vorjahr zelebrierte Madeleine Egle in der Thüringer Eisarena ihren fünften Weltcupsieg, in der Team-Staffel belegte die ÖRV-Auswahl Rang drei, zudem gab es fünf weitere Top-6-Platzierungen. Neben der Medaillenjagd rückt auch der Gesamtweltcup in den Fokus der Eigentler-Schützlinge. Im Vorjahr sicherte sich Madeleine Egle die kleine Kristallkugel in der Disziplinenwertung, Rang zwei im Sprint-Weltcup, sowie im Gesamtweltcup. Wolfgang Kindl schloss den Gesamtweltcup ebenfalls auf Rang zwei ab, der zweifache Olympia-Silbermedaillengewinner von Peking triumphierte zudem im Sprint-Weltcup.

„Ich habe richtig gut trainiert, bin verletzungsfrei über den Sommer gekommen und sehr zuversichtlich, was meine Performance am Start anbelangt. Die neuen Impulse im ÖRV-Athletiktraining waren super, auch das Zusatztraining mit Joachim „Jopo“ Pötschger hat wieder perfekt gepasst. Ich habe am Set up vom Vorjahr nichts verändert, die Rodel hat super angezeigt, aber wir haben zusätzlich einen zweiten Schlitten gebaut, wo wir bei gewissen Kriterien bewusst in eine andere Richtung gegangen sind. Ich werde zunächst mit dem alten Schlitten Fahrt aufnehmen und wenn das Gefühl passt, das neue Material testen“, gibt Kindl einen interessanten Einblick.

 

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