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Große 3x3-Kader-Überraschung

Samstag, 27. April 2024
 

Das Quartett, das Österreich im 3x3-Damenbasketball zu den Olympischen Spielen in Paris führen soll, verfügt über WNBA-Erfahrung, Legionärinnen-Power und jede Menge Routine im Halbfeld. Inga Orekhova, Alexia Allesch, Rebekka Kalaydjiev und Anja Fuchs-Robetin kämpfen kommende Woche im japanischen Utsunomiya um das heißbegehrte Olympia-Ticket.

3x3-Damen-Nationaltrainer Edin Bavcic hat mit seinem Kader für die Olympia-Qualifikation durchaus überrascht. Denn wie der Teamchef am Freitag bekanntgegeben hat, werden nach einem zehntägigen Trainingscamp kommenden Montag folgende vier Spielerinnen nach Japan fliegen, um dort von 3. bis 5. Mai am Quali-Turnier teilzunehmen: Inga Orekhova, Alexia Allesch, Rebekka Kalaydjiev und Anja Fuchs-Robetin.

Zuvor waren im erweiterten Kader noch die vier win2day-BDSL-Profis Lisa Zderadicka, Simone Sill, Camilla Neumann und Nina Krisper. „Es war nicht einfach, da es alle verdient hätten. Rebekka und Anja sind schon jahrelang dabei, mit dieser Erfahrung werden sie uns weiterhelfen. Inga hat in der Superliga gezeigt, wie sie spielen kann und hat das auch in ihrer langen internationalen Karriere wiederholt bewiesen. Und Alexia ist eine große Spielerin, die sich sehr gut präsentiert hat in den letzten Tagen“, macht Bavcic kein Geheimnis daraus, dass ihm die Entscheidung nicht leichtgefallen ist.

Star-Power, Kraft und Schnelligkeit

In die Entscheidung hineingespielt haben dürfte die schwere Gruppe der Österreicherinnen in Japan. Acht Teams kämpfen in Utsunomiya um den Sieg, denn nur die Gewinnerinnen des Turniers dürfen zu Olympia. Für die rot-weiß-roten Frauen gibt es nur diese eine Chance.

In einem ersten Schritt müssen sie somit am Freitag und Samstag die Gruppenphase (Pool A) überstehen. Mit Brasilien wartet dort eine extrem physische Truppe, mit Deutschland ein sehr ausgeglichenes Team, das von allen Positionen gefährlich ist und mit Heimmannschaft Japan ein Quartett, das das Spiel traditionell sehr schnell macht und zudem das Publikum auf seiner Seite hat.

„Von den Videos, die ich mir angeschaut habe, wird es gegen Brasilien besonders schwer, sie sind sehr groß und stark“, gibt Orekhova einen Ausblick. „Wir haben nur starke Gegner, aber es ist machbar“, so die frisch gekürte MVP der BDSL-Finalserie.

Um mit den Südamerikanerinnen sowie den Deutschen, die mit der 1,90 Meter großen Sonja Greinacher über eine der besten „3x3lerinnen“ der Welt verfügen, in der Zone mitzuhalten, setzt Bavcic diesmal auf gleich drei große Spielerinnen. Neben den „Langen“, Orekhova, Allesch und Fuchs-Robetin soll Kalaydjiev für das nötige Tempo im Spiel der Österreicherinnen sorgen. Für die Guard-Spielerin, die in der abgelaufenen Saison in den USA am College brillierte, ist Japan der gefährlichste Vorrundengegner.

Orekhova „will die Welt schocken“

Apropos brillieren: Allesch, die gerade ihre erste Saison in der Luxemburger Profi-Liga LBBL absolviert hat, zeichnete dort für durchschnittlich 21 Punkte und 12,5 Rebounds verantwortlich. Gut möglich, dass sie auch für Team Austria im Halbfeld zu Punktegarantin wird.

Die Truppe zusammenhalten, das wird wohl die Aufgabe von Alleskönnerin Anja Fuchs-Robetin. Die Forward-Spielerin vertritt Österreich mittlerweile seit Jahren erfolgreich bei 3x3-Großevents. Höhepunkt war sicher der 7. Platz bei der Heim-WM im Vorjahr in Wien.

Eine Olympia-Teilnahme diesen Sommer wäre natürlich noch einmal eine Nummer größer, da ist sich die gesamte Mannschaft einig: „Das wird eine große Herausforderung, aber wir sind sehr motiviert. Wir sind alle aufgeregt, dass wir die Chance haben, uns für Paris zu qualifizieren. Wenn wir das schaffen, würden wir die Welt schocken“, glaubt Orekhova. „Davon träumt man als Sportlerin das ganze Leben“, betont auch Kalaydjiev.

Die Spieltermine und der weitere Fahrplan

Die Österreicherinnen heben nach zwei intensiven Trainingswochen am Montag Richtung Japan ab. Dort wird es dann erstmals am Freitag, 3.5, um 10.05 Uhr (MESZ) gegen Japan ernst. Es folgt bereits um 13.10 Uhr (MESZ) der Schlager gegen Brasilien, ehe am Samstag, 4.5., Deutschland um 12.45 Uhr (MESZ) wartet. Die rotweißroten Damen müssen die Gruppenphase zumindest auf Platz zwei beenden, um am Sonntag ins Halbfinale aufzusteigen. Dort dürften Kanada, die Niederlande oder Australien warten (Kenia gilt in Gruppe B als Außenseiter). 

Unabhängig davon, ob die historische Olympia-Qualifikation übernächstes Wochenende gelingt oder nicht, wartet auf unsere 3x3-Stars in den kommenden Monaten ein dichtes Programm. Abgesehen von der potenziellen Teilnahme an den Olympischen Sommerspielen in Paris ist die Heim-EM im Sommer in Wien der absolute Saisonhöhepunkt. Head Coach Bavcic zufolge werden dafür – nach momentanem Stand – erneut vier Spielerinnen aus dem aktuellen Großkader (Orkehova, Allesch, Kalaydjiev, Fuchs-Robetin, Zderadicka, Sill, Neumann und Krisper) nominiert.

Das gilt auch für die 3x3 Women’s Series, im Rahmen derer die Österreicherinnen in den kommenden Monaten wieder einige hochkarätige Turniere bestreiten werden.

 

 

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