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„Risiko macht sich bezahlt!“

Donnerstag, 22. Februar 2024
 

16 Trainingseinheiten in 10 Tagen, mehr als 300 (Diskus-) Würfe: Lukas Weißhaidinger fliegt mit einem guten Gefühl aus Teneriffa heim.

Die Wochen 10 und 11 der Olympia-Vorbereitung waren zwei ganz spezielle: Lukas Weißhaidinger absolvierte bis Donnerstag ein 10-tägiges Trainingslager in Puerto de la Cruz auf Teneriffa (ESP). Fünf Wurftrainings (mit jeweils 60–70 Diskus-Würfen) und jede Menge Schnellkraft-Übungen (Sprints, Sprünge) standen in insgesamt 16 Trainingseinheiten auf dem Programm. Bei Temperaturen um die 25 Grad wurde – nach den harten Trainingseinheiten in der Südstadt – in punkto Schnelligkeit ein paar Gänge hochgeschaltet. Noch vor dem Heimflug zog der ÖLV-Diskusrekordhalter eine erste Bilanz.

Wie läuft das Training in Teneriffa? Gerade punkto Wurfttechnik hat sich im Vergleich zum Vorjahr doch wieder einiges verändert. Wie zufrieden bist du mit deinen ersten Freiluft-Wurfeinheiten im Olympiajahr?
Lukas Weißhaidinger: Wer nichts riskiert, wird sich auch nicht weiterentwickeln. Für mich geht's darum, in Paris mit Daniel Stahl (Anm.: Olympiasieger & Weltmeister) und mit Kristjan Ceh (Ex-Weltmeister) um die Medaillen mitkämpfen zu können. Coach Gregor Högler und ich sind zum Schluss gekommen, dass wir da auch neue Technik-Wege beschreiten müssen. Ich setzte ab sofort auf einen stärkeren Hüftschwung und mehr Drehgeschwindigkeit mit den Beinen. Das sollte sich auch positiv auf die Abwurfgeschwindigkeit bzw. die Weite auswirken. Es sind nur ein paar Details, aber es fühlt sich doch relativ ungewohnt und neu an. Das heißt aber auch, dass mir aktuell noch Erfahrungswerte fehlen. Das ist sehr spannend, aber natürlich kriegt man da zwischendurch auch manchmal Angst. Ob es wirklich funktioniert, das werden wir erst in der Wettkampf-Saison sehen.

Der Saisonbeginn erfolgt heuer schon Ende April bzw. Anfang Mai, weil bereits im Juni die Europameisterschaft in Rom auf dem Programm steht. Ist es ein Nachteil, jetzt noch an der neuen Technik zu feilen?
Weißhaidinger: Von April bis zu den Olympischen Spielen in Paris Anfang August bleibt doch noch relativ viel Zeit. Da können wir noch an mehreren Schrauben drehen. Ich habe ein gutes Gefühl. Die Formkurve zeigt konstant nach oben. Also natürlich gehen wir an neue Grenzen, aber das ist im Leistungssport nicht weiter ungewöhnlich. Die Tage in Teneriffa liefen richtig gut. Ich bin schneller und wahrscheinlich auch stärker denn je, zumindest was meine Trainingsleistungen betrifft.

Denkst du noch oft an den Gewinn der Olympia-Bronzemedaille in Tokio zurück?
Weißhaidinger: Nicht nur an Tokio, sondern auch an die WM-Bronzemedaille von Doha (2019) und die EM-Bronzene von Berlin (2018). Wer bei Großereignissen einmal am Podium stand, der wird süchtig danach. Ich tue alles, um eine weitere Medaille gewinnen zu können. Die Erinnerungen an Tokio treiben mich im Training voran, speziell, wenn's hart wird.

Auch Kristjan Ceh trainiert aktuell in Teneriffa. Welchen Eindruck macht er auf dich?
Weißhaidinger: Er wählt einen etwas anderen Saisonaufbau als ich. Natürlich auch, weil er sich auf seine (größere) Arm-Spannweite verlassen kann. Er träumt vom Hallen-Weltrekord, will sich so für Olympia in Form bringen. Mein erster Saison-Höhepunkt soll die EM im Juni in Rom sein. Meine Trainingsinhalte sind aktuell noch nicht auf den Wettkampf ausgerichtet.

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