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Chabyan träumt von Olympia

Montag, 20. Mai 2024 / Paris 2024

Arsen Chabyan hat eigentlich nur Boxen im Sinn. Die schulische Laufbahn hat er abgebrochen, beruflich gibt es ebenfalls keinen Plan B. „Tatsächlich ist Boxen viel mehr als nur ein Sport für mich. Ich habe alles auf eine Karte gesetzt, auch meine schulische Laufbahn leider nicht positiv abgeschlossen. Alles, was ich mache, ist auf das Boxen ausgerichtet“, erklärt der 20-Jährige, der sich bereits im Alter von fünf Jahren dem Boxen verschrieben hat. „Es gab dazwischen schon immer wieder Pausen, in denen ich viele andere Sportarten ausprobiert habe. Aber letztlich bin ich beim Boxen geblieben – ich bin ein großer Freund, mich zu schlagen“, lacht das Box-Talent und fügt hinzu: „Natürlich rein sportlich.“ 

Schon in jungen Jahren hat Chabyan große Träume, die sich jetzt tatsächlich erfüllen könnten: „Es ist schon seit meiner Kindheit ein Traum, dass ich bei den Olympischen Spielen teilnehme. Für mich wäre das eines der bedeutsamsten Ereignisse, die ich je in meinem Leben haben könnte. Es ist eines meiner größten Ziele – wenn nicht sogar das größte Ziel meines Lebens.“ Weit ist der gebürtige Armenier, der seit seinem dritten Lebensjahr in Österreich lebt, nicht mehr davon entfernt. Beim Olympia-Quali-Turnier in Thailand muss er es „nur“ bis ins Halbfinale schaffen, dann wäre er in Paris dabei. „Obwohl ich lange mit einer Lungenentzündung zu kämpfen hatte, bin ich sehr gut in Form“, sagt der ÖBV-Athlet. „Ich schätze meine Chancen sehr hoch ein, vor allem mit einem guten Los. Ich würde sagen, die Chancen sind 70:30, dass ich es schaffen kann.“ 

 

Ausgelost wird am 23. Mai, dann weiß Chabyan, mit wem er es zu tun bekommt. Gesundheitlich ist soweit alles ausgestanden, allerdings hat ihn die Lungenentzündung, die anfangs eine Bronchitis war, schon etwas zurückgeworfen. „Aktuell stehe ich ungefähr da, wo ich vor der Lungenentzündung war. Boxerisch bin ich zwar besser geworden, aber konditionell und physisch war ich vor der Lungenentzündung deutlich besser drauf.“

Explosiver Box-Stil

Die konditionellen Defizite will der Floyd-Mayweather-Fan mit seiner Schnelligkeit und seinem unbändigen Willen wieder wettmachen. „Ich bin sehr schnell und explosiv, mag es, technisch-taktisch zu boxen und den Gegner ins Leere laufen zu lassen. Ich boxe so, dass ich sehr wenig getroffen werde. Gott sei Dank hatte ich bislang noch keine schweren Verletzungen – keine Cuts, keine Brüche im Gesicht. Das zeigt, dass ich technisch alles richtig mache. Aber wenn es hart auf hart kommt, kann ich mich auch hinstellen und im Infight eine Schlacht abliefern.“

Das wird in Thailand vermutlich auch nötig sein, um sich in seiner Gewichtsklasse (-63,5 kg) eines der begehrten Olympia-Tickets zu sichern. Wobei Chabyan zumindest in diesem Fall – sollte der Worst Case eintreten und er die Qualifikation verpassen – schon einen Plan B im Kopf hat. „Falls es jetzt nicht mit der Olympia-Quali klappt, mache ich noch einen Zyklus mit. Ich hatte ja für diese Olympia-Quali nur gut eineinhalb Jahre Vorbereitung und finde, dass ich gute Fortschritte gemacht habe. Ich will unbedingt eine Olympia-Medaille nach Hause bringen – entweder dieses Jahr in Paris oder in vier Jahren in Los Angeles.“

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Logo Paris 2024

Key Facts Paris 2024

Zeitraum26.07.2024 - 11.08.2024
Sportarten32
Nationen206
Athlet:innen gesamt10.500

„Fühlt sich nicht gut an“

Nach 2028 möchte er dann den Sprung ins Profigeschäft wagen – so sieht zumindest der langfristige Plan an. Wobei Chabyan nicht unbedingt ein großer Freund von Plänen ist: „Meistens sind meine Pläne gescheitert. Deshalb plane ich nichts mehr“, lacht der Youngster, der grundsätzlich immer nach dem Höchsten strebt und schlecht damit leben kann, wenn er nicht Erster wird. „Ein zweiter oder dritter Platz ist zwar besser als Nichts, trotzdem schaut der Erste von oben auf die anderen herab. Das fühlt sich für mich nicht gut an, wenn andere über mir stehen.“

Beim Olympia-Quali-Turnier in Bangkok wäre das aber ohnehin nicht der Fall, da es keinen Erst-, Zweit- oder Drittplatzierten gibt. Ab dem Halbfinale wird nicht mehr weitergeboxt, alle Semifinalisten haben ihr Olympia-Ticket fix in der Tasche und können sich auf Paris vorbereiten. Chabyan will einer von diesen vier Boxern sein und mit einer Olympia-Teilnahme nicht nur sich einen großen Traum erfüllen, sondern auch seinen Vater stolz machen. „Für mich ist es der größte Erfolg, meinen Vater glücklich zu sehen!“

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