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Zwei Fixgrößen treten ab

Dienstag, 12. November 2019

Im Rahmen der Kunstturn-Staatsmeisterschaft erfolgte in Graz die Verabschiedung zweier langjähriger Fixpunkte im Männer-Nationalteam.

Der Hohenemser Michael Fussenegger (26) und der Linzer Lukas Kranzlmüller (30) gaben offiziell ihre Rücktritte vom Spitzensport bekannt. Bis einschließlich 2018 kam es zehn Jahre lang nur einmal vor, dass nicht zumindest einer der beiden für Österreich bei der Welt- oder Europameisterschaft turnte.

Kranzlmüller nahm zwischen 2008 und 2018 an fünf Welt- und sechs Europameisterschaften teil. Der ehemalige HSZ-Sportsoldat und danach Polizei-Spitzensportler – mittlerweile ist Kranzlmüller fertig ausgebildeter Polizist – sammelte im Lauf seiner Karriere insgesamt elf Staatsmeistertitel, darunter 2014 den am höchsten angesehenen im Mehrkampf. Schon 2010 in Ostrava schrammte er als Vierter am Boden nur knapp an einer Weltcupmedaille vorbei.

Sein Rücktritts-Szenario hatte sich Kranzlmüller ganz anders vorgestellt: Er wollte am vergangenen Wochenende noch einmal ins Staatsmeisterschafts-Bodenfinale. Doch beim freitägigen Abschlusstraining zuhause vor der Anreise erlitt er einen Kreuzbandriss im rechten Knie. Trotz der schweren Verletzung ließ es sich Kranzlmüller nicht nehmen, auf Krücken vor Ort in Graz mit dabei zu sein. Jetzt geht es Richtung OP und Reha: „In meiner Sportlerlaufbahn gab es unglaubliche Momente. Ich bedanke mich bei allen, die mich in dieser langen Zeit unterstützt, motiviert und gefordert haben. Ich bin stolz auf meine Karriere und beginne jetzt einen neuen Lebensabschnitt.“

Fussenegger war ab 2012 Teil der internationalen Kunstturn-Eliteszene, sammelte drei EM-, zwei WM-Teilnahmen und sieben Staatsmeistertitel. Er stand an seinen beiden besten Geräten Ringe und Sprung insgesamt acht Mal in Top-8-Weltcup-Finalentscheidungen, 2012 schaffte er es einmal als Dritter auf das Medaillenpodium.

Ihm wurde das Potenzial für die absolute Weltspitze bescheinigt, mehrfach war Fussenegger auch nahe dran. Doch mehrere Verletzungen warfen ihn immer wieder zurück und der große Durchbruch gelang dem Heeres-Spitzensportler nie: „Ich blicke auf 19 Jahre Turnsport mit einem lachenden und einem weinenden Auge zurück. Mein großes Ziel Olympische Spiele habe ich nicht erreicht. Dennoch bin ich stolz auf meine Karriere, dankbar für alle Erfahrungen, die ich machen konnte und für die Erfolge, die ich feiern durfte. Jetzt ist es an der Zeit, das nächste Kapitel zu beginnen.“

Für beide zurückgetretenen Asse darf prognostiziert werden, dass die neuen Lebenskapitel nicht ohne ihren Sport stattfinden werden. Beide stammen aus „turnverrückten“ Familien. Fussenegger verkörperte die dritte Familien-Generation im Nationalteam nach Opa Ernst und Vater Stefan. Im Olympiazentrum Vorarlberg betreut er bereits den Nachwuchs der Vorarlberger Turnerschaft: „Selbstverständlich bleibe ich dem Turnsport erhalten, gebe meine Erfahrungen und Werte als Trainer weiter.“

 Kranzlmüller steckt ebenfalls familiär mittendrin: Vater Helmut ist Präsident des oberösterreichischen Verbandes, Bruder Severin eine verlässliche Nationalteamgröße, gewann am vergangenen Wochenende bei der Staatsmeisterschaft mehrere Medaillen. Und Lebenspartnerin Lisa Ecker, die österreichische Kunstturn-Olympiateilnehmerin 2016 in Rio, hat als „Landesfachwartin“ bereits die Gesamtverantwortung für die oberösterreichischen Kunstturnerinnen übernommen.

 

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