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Mut zum Risiko für Olympia-Traum

Freitag, 5. April 2024 / Paris 2024
 

Andreas Vojta möchte beim Linz Marathon am Sonntag den nächsten Schritt in seiner Marathon-Karriere machen und dabei den ÖLV-Staatsmeistertitel verteidigen. Ihm ist bewusst, dass für den Traum Olympische Spiele von Paris ein gewisses Maß an taktischem Risiko gefragt ist.

Die 22. Ausgabe des Oberbank Linz Donau Marathon läuft unter dem Motto „Sinfonie des Laufens“ und überzeugt mit knapp 16.800 Voranmeldungen in allen Bewerben sowie einem bemerkenswert starken internationalen Elitefeld bei den Männern.

Für Vojta steht am kommenden Sonntag bei den ÖLV-Staatsmeisterschaften, die erstmals seit 2019 im Rahmen des Linz Marathon ausgetragen werden, ein bedeutender Wettkampf auf dem Programm. Es ist die Bühne, auf der der Routinier sein Potenzial erstmals auch im Marathon auf die Straße bekommen möchte, um damit seinen Traum von den Olympischen Spielen am Leben zu erhalten. „Ich möchte versuchen, einen wichtigen, nächsten Schritt im Marathon zu setzen und meine Chance auf eine Teilnahme in Paris 2024 zu wahren“, so Vojta.

Die Vorbereitung verlief nach Plan. Das Gefühl, immer besser mit der Disziplin Marathon zurecht zu kommen, sowie gelungene Trainingseinheiten halten seinen Optimismus aufrecht. Auch angesichts der hohen Temperaturen, die am Sonntag in Linz erst Stunden nach Vojtas Zielankunft die sommerlichen Spitzen erreichen werden, aber dennoch ein Nachteil sein könnten. Aufgrund des außergewöhnlichen Frühlings habe er schon einige Trainingseinheiten in Wien bei über 20 Grad Celsius absolviert und damit den Körper bereits etwas an die frühsommerlichen Bedingungen gewöhnt.

Mut zum Risiko für Olympia-Traum

Mit aktuellem Stand sind 68 der vorgesehenen 80 Startplätze für den Olympia-Marathon der Männer per Direktlimit fix an die nationalen Verbände vergeben, wobei jeder ein Maximalkontingent von drei ausschöpfen kann. Ob bis zum Ende des Qualifikationszeitraums am 5. Mai alle 80 Plätze an Läufer mit Direktlimit gehen oder ob das olympische Starterfeld über die Weltranglistenregelung aufgefüllt wird, entscheidet sich in den nächsten vier Wochen – also in der „High-Noon“-Phase des Marathonfrühlings.

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Vojta hofft auch noch auf das zweite Szenario, denn für ein Unterbieten des Olympia-Limits von 2:08:10 Stunden, das fast zwei Minuten unter dem ÖLV-Rekord von Peter Herzog liegt, ist nichts Geringeres als eine Ausnahmeleistung notwendig. „Olympia hat eine enorme Strahlkraft. Damit verbunden ist mein Traum, in Paris 2024 am Start zu sein. Ich weiß, dass ich dafür eine Spur Risiko eingehen und den Marathon forscher anlaufen muss, als das vielleicht nach rationaler Einschätzung vernünftig wäre“, gibt der Niederösterreicher die Marschroute vor.

In Abstimmung mit dem ehemaligen ÖLV-Marathonrekordhalter und heutigen Rennleiter beim Linz Marathon, Günther Weidlinger, sowie Philipp Kopp, der das Elitefeld für den Linz Marathon zusammengestellt hat, bekommt Vojta drei Tempomacher an die Seite gestellt, die ihm mit einer Halbmarathon-Durchgangszeit zwischen 1:04 und 1:05 Stunden die Voraussetzungen für eine Top-Leistung bereiten sollen. Mit einem der kenianischen Tempomacher hat der 34-Jährige bei seinem wochenlangen Höhentrainingsaufenthalt im kenianischen Iten zu Jahresbeginn mehrfach trainiert.

Vojta hofft, dass ihm eine Marathonleistung im Bereich des österreichischen Rekordes (2:10:06) oder darunter, inklusive der Bonuspunkte für den nationalen Meistertitel, als Plan B noch eine Resthoffnung einer Olympia-Qualifikation über die Weltrangliste lässt, falls das Limit nicht fällt. Ein Szenario, das zum Auftakt intensiver Marathon-Wochen in Europa nicht abschätzbar ist.

„Vielleicht ist das Timing dieses Mal optimal und ich erwische einen sehr guten Tag“, hofft Vojta, der bei einer persönlichen Bestleistung von 2:13:43 Stunden vom Frankfurt Marathon 2023 hält, wo er allerdings im Schlussdrittel sein Potenzial nicht abrufen konnte. Eine Zeit von unter 2:11:00 Stunden würde Vojta laut Regularien von European Athletics einen Fixstartplatz im Halbmarathon der Europameisterschaften Anfang Juni in Rom sichern.

Ein offenes Rennen ohne klare Titelfavoritin verspricht die Entscheidung bei den Frauen. Die beste Vorleistung aller bisher Gemeldeten hat Carola Bendl-Tschiedel, die die beiden schnellsten Marathonläufe ihrer langen Laufbahn im vergangenen Herbst gelaufen ist. „Ich bin traditionell im Herbst immer etwas besser in Form als im Frühling, aber ich bin fit und fühle mich bereit“, sieht die 47-Jährige eine Chance auf ihren Premieren-Staatsmeistertitel im Marathon. Sie erwartet eine spannende Entscheidung: „Die Tagesverfassung wird eine wesentliche Rolle spielen. Außerdem sind einige starke Läuferinnen mit wenig Marathon-Erfahrung dabei. Da sind größere Leistungssprünge möglich.“

 

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