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"Abhaken, neu ausrichten, durchstarten"

Dienstag, 11. April 2023

Die Kunstturn-Europameisterschaft 2023 in Antalya (TUR) lief für Österreichs Männer alles andere als nach Plan – dennoch machte das Team das Beste draus. Zwar misslang verletzungsbedingt die Wiederholung des 13. Mannschaftsranges aus dem Vorjahr – und damit die Team-Qualifikation für die Weltmeisterschaft im Herbst – auf Position 19 deutlich. Doch Ricardo Rudy und Askhab Matiev sicherten sich (zusätzlich zum bereits über den Weltcup qualifizierten Vinzenz Höck) je ein individuelles WM-Ticket und bleiben damit auch im Olympia-Rennen.

Schwierige Situation für Österreichs Turner

Im Vorfeld der EM war Österreichs Nr. 1 Vinzenz Höck verletzt ausgefallen, dann vor Ort beim Training der für den vollen Mehrkampf gesetzte Manuel Arnold. Im Bewerb selbst erwischte es mit Alexander Benda zusätzlich den nominell stärksten Mehrkämpfer (WM-Top-24-Finalist 2021). Benda hatte seit einiger Zeit mit einem Fußproblem zu kämpfen, im EM-Wettkampf wurde die Verletzung beim Gerät Sprung akut: auf den Boden musste er völlig verzichten, an den anderen Geräten unterliefen Benda Stürze und schwere Fehler. Am Ende blieb sein Durchbeißen unbelohnt, er trug er keine einzige Wertung zum Teamergebnis bei.

Denn die Top-3-Wertungen an allen sechs Geräten lieferten Ricardo Rudy (31.), Askhab Matiev (34.) und Severin Kranzmüller (54.) für Österreich ab. Rudy (er hatte sich ursprünglich nur auf drei EM-Geräte vorbereitet) und Matiev gelangen Mehrkämpfe ohne Patzer, sie zeigten sich am Ende hoch zufrieden. Rudy: „Ich bin mit meiner Leistung mehr als happy. Es war sehr cool, hat viel Spaß gemacht.“ Matiev: „Ein unglaublicher Wettkampf für mich, ich war sehr nervös. Schade, dass es mit dem Teamziel nicht geklappt hat, in Normalbesetzung hätten wir es erreicht. Doch ich bin froh, selbst meinen WM-Startplatz fix zu haben.“

Fehler kostet Direkt-Qualifikation

Länder, die sich nicht unter den Top-13 mit einer kompletten Fünfer-Mannschaft für die WM qualifiziert hatten, konnten maximal zwei (von 23 europäischen) Einzel-Mehrkampf-Quotenplätzen für die Welttitelkämpfe und die Olympia-Qualifikation im Herbst in Antwerpen erhalten. Das hätte ebenso Severin Kranzlmüller drauf gehabt. Ein Fehler ausgerechnet an seinem stärksten Gerät Barren (EM-Sechster 2020) kostete Kranzlmüller allerdings die Direkt-Qualifikation: „Ich bin dennoch mit meiner Leistung bei meiner fünften und letzten EM zufrieden.“

Nationaltrainer Petr Koudela: „Das war für uns eine sehr harte EM, doch ich gratuliere den Turnern, wie sie mit der schwierigen Situation umgegangen sind. Wir mussten kurzfristig stark umplanen. Drei Verletzte kann man nicht wegstecken, noch dazu ist jene von Alexander Benda erst im Wettkampf akut geworden. Die drei verbleibenden Mehrkämpfer waren hoch motiviert, nahezu an ihrem Maximum.“ Sportdirektor Fabian Leimlehner: „Bitter, wenn man bedenkt, was hier möglich gewesen wäre. Abhaken, neu ausrichten und durchstarten.“

"Auf den Kampfgeist bin ich stolz"

Vinzenz Höck, Österreichs „großer Abwesender“, hatte den kompletten Wettkampf seiner Kollegen im Live-Stream mitverfolgt: „Diese EM war einfach verhext, aber vor allem auf den Kampfgeist der Jungs bin ich stolz. Auch wenn vor allem bei der unmittelbaren Wettkampf-Vorbereitung nichts nach Plan gelaufen ist, haben sie gekämpft bis zum Schluss und das beste aus der Situation gemacht. Selbst nicht um das Finale und dann um eine Medaille mitturnen zu können, nervt natürlich. Ich sehe es aber als Ansporn fürs Comeback.“

Die erste Kunstturn-EM-Entscheidung 2023 fiel bereits: Den Mannschafts-Wettkampf der Männer – der heuer ohne Finale ausgetragen wurde – gewann Favorit Italien vor Gastgeber Türkei und den enthronten Titelverteidigern aus Großbritannien. Österreichs Frauen steigen am Mittwoch ab 15 Uhr (MESZ) ins EM-Geschehen ein.

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