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„Als Tennisfan tut das weh“

Freitag, 10. Mai 2024

Ein ganz Großer des österreichischen Tennissports nimmt Abschied: Dominic Thiem hat am Freitag auf seinen offiziellen Social-Media-Kanälen seinen Rücktritt mit Jahresende bekanntgegeben. Der Niederösterreicher hatte nach seiner schweren, am 22. Juni 2021 beim ATP-250-Event auf Mallorca erlittenen Handgelenksverletzung nicht mehr an seine Glanzzeiten anschließen können, die letzten zwei Saisonen jeweils um ATP-Position 100 beendet und möchte nunmehr einen Schlussstrich unter seine so erfolgreiche Laufbahn setzen: „Es gibt einige Gründe dahinter – in erster Linie natürlich mein Handgelenk. Es ist nicht exakt so, wie es sein sollte und ich es haben möchte. Der zweite Grund ist mein inneres Gefühl. Ich habe über diese Entscheidung schon eine sehr lange Zeit und sehr gründlich nachgedacht – und natürlich auch über meine gesamte Reise als ein Tennisspieler, die unglaublich war. Ich hatte Erfolg, ich habe Trophäen gewonnen, von denen ich wirklich nicht einmal geträumt habe. Die Zeit war unfassbar, mit all den Höhen und Tiefen. Eine unglaubliche Erfahrung, für die ich so dankbar bin.“

"Ewig dankbar sein"

ÖTV-Sportdirektor und -Davis-Cup-Kapitän Jürgen Melzer sagt: „Als Sportdirektor und Tennisfan tut es natürlich weh, wenn jemand aufhört, der so gut war und eigentlich noch ein Alter hätte, in dem er weiterspielen kann. Aber im Endeffekt ist es seine eigene Entscheidung – und er hat so viel für Österreichs Tennis getan, dass man ewig dankbar sein muss“, meinte der 42-Jährige, von niederösterreichischem Ex-Weltklassespieler zu niederösterreichischem Ex-Weltklassespieler. „Man hat natürlich gesehen, dass er echt um den Anschluss gekämpft hat. Ich persönlich kann auch verstehen, dass es schwierig ist, wenn er es nicht dorthin schafft, wo er mal war. Dass die letzten paar Jahre für ihn nicht befriedigend waren, dafür muss man wohl kein Experte sein, um das beurteilen zu können. Das ist logisch, dass es nicht so war, wie er sich es vorgestellt hat.“ Wie Melzer, nach der traurigen Nachricht von Thiems bevorstehendem Rücktritt, in seiner Funktion nun auf Österreichs Tenniszukunft blickt? „Wir haben in der Geschichte von Österreichs Tennis drei Top-10-Spieler gehabt, nur zwei Grand-Slam-Sieger (Anm.: im Einzel). Auf der anderen Seite haben wir in den letzten Jahren immer wieder Topspieler gehabt, und wenn einer aufhört, kommt im Normalfall immer der nächste. So war es zumindest in der Vergangenheit – und ich hoffe, dass das jetzt auch der Fall ist.“

Zweiterfolgreichster Österreicher aller Zeiten 

Mit Thiem verlässt zu Saisonende 2024 der nach Zahlen und Fakten zweiterfolgreichste österreichische Spieler aller Zeiten nach Thomas Muster die internationale Tennisbühne. Nach dem Steirer (French Open 1995) vermochte der Lichtenwörther bei den US Open in New York 2020 als zweites und bislang letztes ÖTV-Ass einen Grand-Slam-Einzeltitel zu erobern. Gesamt verzeichnete Thiem bisher 17 ATP-Titel, darunter auch jenen beim ATP-Masters-1000-Event in Indian Wells 2019. In dieser Saison gelang es ihm außerdem, als erster Spieler im selben Jahr die Heimspiele beim Generali Open Kitzbühel (ATP 250) und bei den Erste Bank Open in der Wiener Stadthalle (ATP 500) zu gewinnen. 

In mancher Statistik wusste Thiem die heimische Allzeitgröße Muster gar zu überbieten: So etwa verbuchte er weitere drei Grand-Slam-Finalspiele (French Open 2018 und 2019 sowie Australian Open 2020). Zudem ist er einer von nur neun aktiven Spielern weltweit, die bei allen ATP-Masters-1000-Veranstaltungen mindestens einmal bis ins Viertelfinale vordringen konnten. Äußerst bemerkenswert sind auch seine offiziellen Head-to-heads gegen die „Großen Drei“ (5:7 gegen Novak Djokovic, 6:10 gegen Rafael Nadal, 5:2 gegen Roger Federer), die er in oftmals packenden Tennisschlachten immer wieder auch in die Knie zwingen konnte. Vom 6. Juni 2016 bis zum 1. November 2021 (Rückfall auf den 12. Platz) stand er durchwegs unter den besten Zehn der Welt. 

Auf dem Platz bestach Thiem mit seiner gewaltigen Power, seiner druckvollen Vorhand, seiner so dynamischen, einhändigen Rückhand und seiner großen Intensität. Doch auch über seine Spielweise und Erfolge hinaus vermochte er mit seinem stets respektvollen, höflichen Auftreten, seinen zahlreichen Fairplay-Aktionen und seiner Bescheidenheit die Tennisfans in ganz Österreich und auf der Welt hinter sich zu scharen und erfreute sich auch bei seinen Spielerkollegen größter Beliebtheit. Sein Dasein als Tennisstar nützte er außerdem dazu, um sich öffentlich wirksam für Tierwelt und Umweltschutz einzusetzen.

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