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Von Null auf Olympia

Freitag, 27. Oktober 2023 / Paris 2024

Es sei schon noch ein bisschen surreal, sagt Valentin Bontus, aber schön langsam wird es Realität, dass er sich den Olympia-Traum erfüllt hat. Gleich im ersten Anlauf, bei der Segel-Weltmeisterschaft im niederländischen Den Haag, löste der Wiener das Ticket für Paris 2024.

„Ich bin megahappy, dass ich es gleich beim ersten Mal schaffen konnte. Jetzt gehe ich befreit in die nächsten Rennen und kann mich voll auf die Olympia-Vorbereitung fokussieren.“

Bei der WM lief alles für den KiteFoiler: „Ich hatte einen guten Start, habe meine Chancen genützt und bin immer ruhig geblieben.“ Auch am Entscheidungstag, der mit zu wenig Wind und Warten begann und ohne Rennen zu Ende ging. „Es wären noch fünf Rennen auf dem Programm gestanden, das hätte das Ergebnis noch einmal durchwürfeln können. Als die Entscheidung kam, dass nicht mehr gefahren wird, ist mir ein riesiger Stein vom Herzen gefallen, weil ich wusste, dass ich fix bei den Spielen bin.“

Steile Lernkurve

Im abschließenden Medal Race stellte Bontus mit einer spektakulären Aufholjagd dann noch einmal unter Beweis, dass die Qualifikation kein Zufall war: Als Vierter verpasste er die erste Medaille bei einem Großereignis nur knapp. Dabei ist der 22-Jährige ein Quereinsteiger, wechselte erst vor zwei Jahren und nach einer Verletzung vom Freestyle zum Racing. Eine goldrichtige Entscheidung.

„Mit der Aufnahme ins Olympia-Programm ist es in den Fokus gerückt und ich wollte es Vollgas machen. Der Segelverband war zunächst zurückhaltend, weil sie nicht wussten, ob ich es wirklich ernst meine. Mein Ziel war eigentlich Los Angeles 2028, aber dass die Rechnung jetzt schon aufgegangen ist, ist ein super-geiler Moment.“

Der Moment macht Lust auf mehr, beim Blick auf die Bontus’sche Lernkurve auch zurecht. Bei seiner ersten Weltmeisterschaft 2021 wurde er 64., „das war mein zweites Event ever“, vergangenes Jahr fuhr er auf Rang 27 und jetzt Blech. „Es waren zwei intensive Jahre, in denen ich viel gelernt habe, auch taktisch. Aber ich habe auch noch viel Luft nach oben.“ Bei leichterem Wind zum Beispiel, oder beim Board-Handling, wenn es hektisch und eng wird. „Aber wir haben schon einen Plan aufgestellt für den Winter, mit Destinationen, wo wir genau daran arbeiten können.“

Wir, das ist auch Trainer Luca Bursic, der seit 2022 mit Bontus arbeitet. „Der OeSV hat gesehen, dass der Weg stimmt und steht komplett hinter mir“, weiß der Shooting-Star nur zu gut um die Wichtigkeit der Unterstützung durch Expert:innen für alle möglichen Bereiche („Ohne sie wäre das nicht zu schaffen!“), Support beim Material und die Möglichkeit, auf Trainingslager und zu Wettkämpfen zu reisen. Im Oktober geht es in den Windkanal in Wien, dorthin, wo auch schon die Skispringer:innen an ihrer Aerodynamik gearbeitet haben.

„Wir bauen ein eigenes Plateau für Brett und Mast und schauen, was aerodynamischer ist und welche Materialien besser funktionieren“, erwartet Bontus in Marseille eine Materialschlacht.

Das Höchste der Gefühle

Apropos Marseille: Die Stadt mit der rauen Schale und dem schönen Kern ist für ihn bereits ein kleines Stück Heimat geworden. „Ich war in den letzten beiden Jahren einige Male dort, konnte beim Test-Event im Juli alles schon einmal durchspielen. Der Wind ist mittelstark, das mag ich gerne, man hat aber auch gesehen, dass die Hitze jedenfalls ein Faktor ist.“

Da passt’s gut, dass Bontus, dessen Eltern vor drei Jahren ein Boutique-Hotel in Griechenland eröffnet haben, nach Platz 7 richtig heiß auf seine olympische Premiere ist. „Olympische Spiele sind das Höchste, was man als Sportler erreichen kann, da sind nur die Besten am Start. Überhaupt im Segeln, wo nur einer pro Nation dabei ist. Und es geht nicht um irgendein Preisgeld, jeder macht es aus Liebe zum Sport und weil er auf dieser Bühne abliefern möchte.“

Spektakel ist jedenfalls garantiert, wenn die KiteFoiler:innen erstmals bei Olympischen Spielen um Medaillen fahren. „Wir sind die schnellste Segelklasse bei den Spielen, erreichen Geschwindigkeiten bis zu 70 km/h. Da wird das Wasser dann schon sehr hart, darf nicht viel passieren“, weiß Bontus, der an seiner Sportart vor allem die Verbundenheit zu den Elementen Wasser und Luft schätzt. „Diese Kombination gepaart mit Geschwindigkeit und einem Gefühl von Freiheit ist unschlagbar.“

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