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Historischer WM-Tag

Samstag, 27. Januar 2024

Österreichs Rodel-Team legt bei der Weltmeisterschaft im deutschen Altenberg nach und holt am zweiten Tag vier weitere Medaillen, darunter zwei aus Gold. Damit polierten die Schützlinge von Cheftrainer Christian Eigentler, die am Freitag in den Sprint-Bewerben bereits den kompletten Medaillensatz abgeräumt haben, ihre WM-Bilanz im SachsenEnergie-Eiskanal weiter auf. Am Sonntag folgen die Entscheidungen im Damen-Einsitzer und der Team-Staffel.

Selina Egle und Lara Kipp, die im Sprint aufgrund erheblicher Linienprobleme mit Rang acht Vorlieb nehmen mussten, gelang im olympischen Disziplinenrennen ein beeindruckender Konter. Die ÖRV-Damen, die sich sich mit der zweitschnellsten Zeit eine optimale Ausgangsposition geschaffen hatten, zogen mit einem blitzsauberen zweiten Durchgang an den Halbzeitführenden Anda Upite/Zane Kaluma (LAT) vorbei und sicherten sich damit ihren ersten WM-Titel im Damen-Doppelsitzer. Upite/Kaluma rodelten zu Silber, Forgan/Kirkby (USA) jubelten über Bronze. Die 21-jährigen Tirolerinnen, die im Vorjahr bei den Titelkämpfen in Oberhof bereits über zwei WM-Silbermedaillen jubeln konnten, gewannen damit in Altenberg auch die U-23-Weltmeisterschaft. 

Im Einsitzer der Herren, die im Anschluss in die Bahn gestartet waren, nahm der rot-weiß-rote Erfolgslauf seine Fortsetzung. Nico Gleirscher, als Viertschnellster nach dem ersten Durchgang in absoluter Schlagdistanz zu den Podestplätzen, blieb im zweiten Lauf im Gegensatz zur direkten Konkurrenz ohne groben Schnitzer und wurde für seine Konstanz mit der Silbermedaille belohnt. Für den Vize-Europameister von Igls ist es die erste WM-Medaille im traditionellen Herren-Einzel, im Sprint hatte der 26-Jährige Stubaier 2021 bereits Gold gewonnen. Der Deutsche Max Langenhan rodelte mit zwei Bestzeiten zum WM-Titel, Bronze ging an Landsmann Felix Loch.

Bitter verlief das Rennen für David Gleirscher. Der 29-Jährige, der sich im Sprint zum Weltmeister gekrönt hatte, war als Halbzeit-Zweiter auf dem besten Weg zu einer weiteren WM-Medaille. Im Finallauf ließ der Olympiasieger von 2018 ausgangs der Kurve 14 nach einigen Banden allerdings viel Zeit liegen und rutschte unmittelbar hinter Titelverteidiger Jonas Müller auf Rang sieben zurück. Für Müller, der vor zwei Wochen in Igls EM-Gold gewonnen hatte, aber mit dem SachsenEnergie-Eiskanal traditionell seine Probleme hat, war der sechste Rang das persönlich beste Ergebnis in Altenberg.

Pure Enttäuschung überwog bei Wolfgang Kindl. Der Natterer kassierte im ersten Lauf am Weg zu einer absoluten Top-Zeit ebenfalls ausgangs der Kurve 14 ein paar heftige Banden und rodelte mit Platz 22 an der Finalqualifikation (Top-20) vorbei. Glück im Unglück: Der gebrochene Mittelfußknochen blieb bei den harten Einschlägen verschont, damit konnte der 35-jährige Tiroler 90 Minuten später im Doppelspitzer antreten, wo die Österreicher die nächsten Ausrufezeichen folgen ließen.

Die heimischen Duos schufen sich dank der Halbzeitführung von Juri Gatt und Riccardo Schöpf, sowie dem zweiten Zwischenrang von Thomas Steu und Wolfgang Kindl eine perfekte Ausgangsposition. Mit Yannick Müller und Armin Frauscher auf Halbzeitrang fünf lag auch der dritte ÖRV-Doppelsitzer in Lauerstellung. Gatt/Schöpf, die in Altenberg im Sprint mit Bronze ihre erste WM-Medaille überhaupt bejubeln konnten, zeigten im Finale keine Nerven und krönten ihr WM-Wochenende nach durchwachsenen Trainingsleistungen mit dem Weltmeistertitel im klassischen Format. Mit dem Sieg gewann die beiden 22-jährigen Tiroler auch die U-23-Weltmeisterschaft.

Vier Hundertstel hinter ihren Teamkollegen landeten Thomas Steu und Wolfgang Kindl auf Rang zwei. Das neu formierte ÖRV-Duo, in ihrer Premierensaison Führende im Weltcup, frischgebackene Europameister und WM-Zweite im Sprint, wusste damit neuerlich zu glänzen. Yannick Müller und Armin Frauscher beendeten die Titelkämpfe auf Rang fünf, damit gelang dem Vorarlberger und seinem Tiroler Untermann die Wiedergutmachung für den verpatzen gestrigen Sprint-Bewerb.

Die 52. FIL Rodel-Weltmeisterschaften, an denen 162 Athlet:innen aus 21 Nationen teilnehmen, werden am Sonntag mit den Medaillenentscheidungen bei den Damen und in der Team-Staffel abgerundet.

 

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