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"Meinen olympischen Moment kreiert"

Freitag, 26. Januar 2024 / Gangwon 2024

Am Freitag gingen im Gangneung Oval mit dem Massenstart der Mädchen und Burschen die Bewerbe der Eisschnellläufer:innen zu Ende. Für das österreichische Trio Jeannine und Sarah Rosner sowie Paul Wörle war es nach den 500m und den 1.500m bereits der dritte Bewerb bei den Olympischen Jugend-Winterspielen in Gangwon.

In einem taktisch geprägten ersten Halbfinale zeigte sich Jeannine Rosner abgezockt, sicherte sich während der zehn zu absolvierenden Runden drei wichtige Punkte bei den Zwischensprints und zog am Ende als Sechste (6:00,56 Minuten) ihres Runs souverän in das Finale der besten 16 Athletinnen ein. Ihr Schwester Sarah hatte im zweiten Semifinale mehr zu kämpfen. Die 15-jährige Tirolerin attackierte zwar während des Rennens, am Ende schwanden aber die Kräfte und sie konnte nicht mehr zusetzen. Mit Platz 15 in ihrem Run verabschiedete sie sich von den Olympischen Jugend-Winterspielen. 

„Der Massenstart war heute brutal und ich habe früh gemerkt, dass ich hier keinen Auftrag habe. Ich habe dann einfach attackiert und bin mit viel Schwung nach vorne gefahren. Damit habe ich viele Athletinnen und Zuschauer:innen überrascht und es haben alle auf mich geschaut – einfach richtig cool. Ich habe mir meinen olympischen Moment heute selbst kreiert. Es war eine besondere Situation, die mich zum Strahlen gebracht hat. Ich bin einfach unglaublich dankbar für dieses Erlebnis“, bilanziert Sarah Rosner, die zu den jüngsten Athletinnen im Teilnehmerinnenfeld gehörte.

Spannung bis zum Schluss

Im Finale hielt sich Jeannine Rosner zuerst etwas zurück und schaute sich die Geschehnisse in Ruhe an. Mit Fortdauer des körperbetonten Rennens wurde die Tirolerin immer aktiver und arbeitete sich Position für Position nach vorne. Nach einem langen Zielsprint überquerte die 17-Jährige als Sechste die Ziellinie. Ein Sturz auf den letzten 200 Metern wirbelte das Ergebnis noch einmal ordentlich durcheinander. Am Ende, nach Berücksichtigung aller Sprintpunkte, gab es mit Rang acht das nächste Spitzenresultat. Die Niederländerin Angel Daleman sorgte für ihren persönlichen Gold-Hattrick und gewann nach den 500m sowie den 1.500m nun auch YOG-Gold im Massenstart.

„Im Finale habe ich eine andere Strategie gewählt. Ich bin gut mitgefahren und habe mich gut gefühlt. Das Rennen war sehr hart und man musste in allen Phasen sehr gut aufpassen. Irgendwie habe ich dann übersehen, dass wir schon in der letzten Runde sind. Dann sind alle gesprintet, dann war es schwer, noch viele Positionen gutzumachen“, zieht Jeannine Rosner Bilanz und ergänzt: „Zusammenfassend gesagt, war die Woche eine Enttäuschung. Es ist leider nicht so gelaufen, wie ich es mir erhofft hatte. Aber ich habe viel gelernt. Es gibt Phasen, da ist man unten, und dann wieder oben. Das nehme ich als wichtige Erkenntnis mit. Aber ich war beeindruckt, wie viele internationalen Athletinnen und Leute mich hier ‚gekannt‘ haben und Fotos und Autogramme wollten. Es hat sich super angefühlt.“

Aufwärtstrend fortgesetzt

Die letzten Tage waren für Paul Wörle nicht einfach. Von einem grippalen Infekt begleitet kämpfte sich der 16-Jährige tapfer durch die Olympischen Jugend-Winterspiele. Der Tiroler verpasste zwar im abschließenden Massenstart im zweiten Halbfinale als Elfter (6:25,30 Minuten) den Sprung ins Finale, nimmt aber sehr viele Erfahrungswerte zu den nächsten Bewerben mit. Der Sieg ging nach einem dramatischen Finale einmal mehr Finn Sonnekalb. Auch für den Deutschen war es die dritte Goldmedaille in Südkorea.

„Natürlich waren die letzten Tage nicht optimal. Das hat mir mental zugesetzt und ich war logischerweise nicht im Vollbesitz meiner Kräfte. Ich habe versucht das Beste aus der Situation zu machen. So ein Erlebnis bekommt man nicht jeden Tag. Daher wollte ich auch unbedingt an den Bewerben teilnehmen, auch wenn ich weit hinter meinen ursprünglichen Erwartungen geblieben bin. Es war eine coole Zeit und für mich als jungen Sportler sehr wertvoll“, sagt Wörle.

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