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„Dachte, die haben sich vermessen!“

Mittwoch, 12. Juni 2024 / Paris 2024
 

Victoria Hudson hat am Abend des fünften EM-Tages in Rom mit der ersten Goldmedaille nach 53 Jahren rot-weiß-rote Sportgeschichte geschrieben. Dabei war Hudson selbst mit den Würfen gar nicht so zufrieden. Wohl schon ein Ausrufezeichen Richtung Paris.

Die Anti-Doping-Kontrolleurin schaute ein bisschen ungläubig. Passiert das jetzt wirklich? Nach den ersten Umarmungen zwischen Erfolgscoach Gregor Högler und der frischgebackenen Speerwurf-Europameisterin Victoria Hudson gab's eine technische Nachbesprechung. "Was mache ich falsch", fragte die Goldmedaillengewinnerin. Und der Trainer zeigte auf die linke Schulter: „Die war zu weit unten!“ Nach dem EM-Titel ist vor den Olympischen Spielen in Paris...

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Key Facts Paris 2024

Zeitraum26.07.2024 - 11.08.2024
Sportarten32
Nationen206
Athlet:innen aus Ö.81 (W: 37, M: 44)
Athlet:innen gesamt10.500

"Es war garantiert nicht mein bester Tag. Nach dem schlechen Einwerfen hab' ich mir gesagt: Du machst dir zuviel Druck. Versuch' jetzt mal den ersten Versuch solide ins Feld zu bringen. Denk an Gregors Worte", lässt die 28-jährige Niederösterreicherin vom SV Schwechat Leichtathletik ihren ersten Goldwurf Revue passieren.

(Foto: © ÖLV / @wolf.amri )
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"Normalerweise habe ich ein recht gutes Gefühl, ob der Speer weit fliegt. Diesmal bin ich komplett daneben gelegen. Ich war schon nach dem Einwerfen gar nicht zufrieden. Die Würfe haben sich ziemlich schlecht angefühlt, ehrlich gesagt auch der erste Versuch im Wettkampf. Ich bin relativ sauer weggegangen. Als ich dann die 64,62 Meter, habe ich zuerst an einen Irrtum geglaubt. Ich dachte, die haben sich vermessen", erzählt Hudson.

"Zittern ohne Ende"

Auch danach regiert bei Österreichs Speerrekordlerin die Unsicherheit: "Der ganze Wettkampf war dann ein Zittern ohne Ende. Das waren die längsten fünf Runden meines Lebens. Die letzte Runde war der absolute Wahnsinn, ich habe nur mehr versucht zu Atmen, ruhig zu bleiben und zu fokussieren. Ich wollte nicht zu sicher sein und abheben, dass ich das schon fix gewonnen habe. Dass das für eine Medaille reicht, habe ich schon gedacht. Die anderen sind ja auch extrem gut, da waren 7 Medaillengewinnerinnen mit dabei. Das war schon ein richtig arges Feld. Mein Leben lang habe ich mir erträumt, irgendwann eine Medaille zu machen, aber dass ich ganz oben stehe am Stockerl, das hätte ich mir nie gedacht. Ich war zwar die Jahresbeste mit der blauen Startnummer, da könnte man schon meinen, Hudson wird das gewinnen, aber das ist nicht das reale Leben in einer technischen Disziplin. Die anderen können das auch alle genauso, aber ich habe es heute geschafft und vielleicht am meisten an mich geglaubt und konnte die Leistung auf den Punkt bringen. Vor zwei Jahren hätte ich das noch nicht draufgehabt.”

"Triumph des Teams"

Selbst Gregor Högler war überrascht: "Wir haben das schon ein paar Mal probiert. Bei Luki (Anm.: Weißhaidinger) und Vicky, aber so richtig ist uns das noch nie aufgegangen. Und auch für mich hat der erste Wurf gar nicht so gut ausgesehen. Die sind alle ziemlich wild geflogen... Aber die 64,62 m gleich im ersten Versuch haben bei den anderen ihre Wirkung nicht verfehlt. Nur die Serbin Adriana Vilagos ist noch nahe herangekommen. Aber auch sie hatte eigentlich nur einen weiten Wurf. Vicky hatte eine ganze Serie mit 60,35 - 61,75 - 62,74 und schließlich 59,55. Sie ist eine verdiente Europameisterin."

Nachsatz: "Ich habe im Vorfeld öfters gesagt: zwei DIsziplinen, zwei Weltklasse-Athleten, zwei Geschlechter, zwei Medaillen... Das ist unser Anspruch. Aber dass wir jetzt wirklich mit Gold durch Victoria und Silber durch Lukas dastehen, macht mich unglaublich stolz. Und ich kann nur betonen: Dieser Erfolg ist ein Triumph des gesamten Teams."

Vorfreude auf Medaillenzeremonie

Mittwoch, 19:40 Uhr, findet am Medal Plaza neben dem Olympiastadion in Rom noch die Siegerehrung statt. "Dann erst werde ich diesen unglaublichen Abend wirklich verarbeiten können", glaubt Victoria Hudson. Dann sagt sie: "Wenn wir zu Hause sind, freue ich mich aufs gemeinsame Medaillenfoto mit Luki. Das ist Pflicht!"

Detail am Rande: Am Montag startet für Speerwurf-Europameisterin Victoria Hudson und Diskus-Vize-Europameister Lukas Weißhaidinger die unmittelbare Wettkampfvorbereitung für die Olympischen Spiele in Paris.

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