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„Schweizer waren eiskalt“

Montag, 13. Mai 2024
 

Österreichs Herreneishockey Nationalteam forderte am Sonntag in Prag bei der 2024 IIHF Ice Hockey World Championship vor 13.512 Fans die Schweiz in einem Eishockey-Spektakel voll und verlor knapp mit 5:6. Der Siegestreffer für die Schweizer fiel erst in der Schlussminute in einem Powerplay. Die Tore der ÖEHV-Auswahl erzielten Clemens Unterweger (5.), Paul Huber (15.), Lukas Haudum (22./PP1, 35./PP1) und Benjamin Baumgartner (53.). Nach einem Tag Pause geht’s am Dienstag, 14. Mai ab 20:20 Uhr gegen Titelverteidiger Kanada weiter. 

Österreichs Head Coach Roger Bader stellte gegen die Schweiz Goalie David Kickert in den Kasten, Thomas Höneckl stand als Backup im Line Up. Beide Teams starteten flott in die Partie, die ÖEHV-Auswahl hatte gleich zu Beginn gute Szenen im Angriffsdrittel. Thomas Raffl und Benjamin Nissner hatten die ersten guten Chancen. Nach einem von Marco Rossi gewonnenen Faceoff kam der Puck direkt zu Clemens Unterweger, der mit einem herrlichen Schuss zur 1:0-Führung einsendete (5.). Das war das erste WM-Tor des Verteidigers. Rot-Weiß-Rot stand defensiv kompakt, ließ in der Anfangsphase nicht viel zu und lancierte immer wieder schnelle Angriffe. Die beste Chance der Schweizer hatte Roman Josi, der nach einem Turnover allein auf das österreichische Tor fuhr, David Kickert lenkte den Schuss ab. Dann hatte Österreich das erste Überzahlspiel, konnte diese Phase aber nicht nützen. Die österreichischen Cracks agierten offensiv überlegen und legten nach: Nach einem Angriff über rechts und einem Querpass von Vinzenz Rohrer vor das Tor arbeitete Paul Huber die Scheibe nach einem Gestocher zum 2:0 über die Linie (15.). Von Keeper Berras Schlittschuh war der Puck ins Tor gegangen. Die Eidgenossen kamen in einem 5:3-Powerplay durch Roman Josi zum 1:2-Anschlusstreffer (16.). In der verbleibenden 4:5-Unterzahl hielt Keeper David Kickert mit guten Saves die knappe Führung. Gegen Ende des ersten Abschnitts zog das Team von Head Coach Patrick Fischer eine Strafe.

Schweiz nutzt Momentum zum Schluss 

Österreich startete mit der späten Strafe der Schweizer mit einer Überzahl ins zweite Drittel. Nach einem Traumpass von Dominic Zwerger zog Lukas Haudum ab und netzte zum 3:1 ein, ein Weltklasse-Tor (22.). Die Schweizer fanden nur 38 Sekunden später die Antwort in Form des Anschlusstreffers. Roman Josi spielte auf Nico Hischier, der aus kurzer Distanz zum 2:3 traf (23.). Als Christoph Bertschy nach einem schönen Haken vor dem Tor auftauchte, verhinderte David Kickert den Ausgleich mit einer starken Abwehr. In einer weiteren Überzahl hatte Österreich Glück, die Schweizer setzten den Puck an die Stange. Gleich darauf folgte die zweite 3:5-Unterzahl, die Schweiz nützte diese Phase mit zwei Treffern binnen 13 Sekunden und drehte die Partie durch Roman Josi und Ken Jäger auf 4:3 (30.). Die Österreicher steckten den Doppelschlag gut weg und nützten ein Powerplay zwei Sekunden vor Ablauf: Lukas Haudum traf nach einer guten Kombination erneut mit einem herrlichen Schuss zum 4:4-Ausgleich (35.). Gleich nach danach hatte Peter Schneider sogar die Führung auf dem Schläger, der Stürmer scheiterte an Goalie Berra. Gegen Ende des zweiten Abschnitts hatten die Schweizer ein weiteres Powerplay, in dem Goalie David Kickert gegen Philipp Kurashev eine absolute Weltklasse-Abwehr mit der Fanghand zeigte, ein Highlight-Save!

Gleich zu Beginn des dritten Abschnitts nützen die Schweizer die verbleibende Zeit in Überzahl, Nico Hischier stellte nach 43 Sekunden auf 5:4 (41.). Bei den Nachbarn spielte nun Akira Schmid im Tor. Österreich hielt den knappen Rückstand und sorgte offensiv weiterhin für Nadelstiche. Bei einem guten Wechsel chippte Benjamin Baumgartner die Scheibe von der blauen Linie Richtung Tor und traf zum 5:5-Ausgleich (53.). Knapp fünf Minuten vor dem Ende hatte Marco Rossi die Führung auf der Schaufel, Schweiz-Backup-Goalie Schmid verkürzte den Winkel gut. Eineinhalb Minuten vor Ende der Partie kassierte Bernd Wolf bei Österreich eine diskussionswürdige Strafe wegen Haltens. Nico Hischer nützte die Überzahl und traf mit einem Bauerntrick 51 Sekunden vor der Schluss-Sirene zum 6:5 (60.). Head Coach Roger Bader zog daraufhin Goalie Kickert, der Ausgleich gelang nicht mehr.

"Das war ein Eishockey-Fest"

Head Coach Roger Bader analysierte die knappe Niederlage nach der Schlusssirene: „Wir haben heute Vieles viel besser gemacht als gestern. Wir haben den Spielern aufgezeigt, was anders sein muss, dass man mit der höheren Intensität hier anders umgehen muss. Die Spieler waren ein bisschen überrascht vom Druck gestern, heute haben sie das hervorragend gemacht. Wir haben unseren Beitrag gegeben für ein tolles Eishockey-Fest. Das war wahrscheinlich eine der besten Leistungen der letzten Jahre, vergleichbar mit dem Tschechien-Sieg vor zwei Jahren, eine Topleistung von uns. Aber das ist natürlich bitter, 51 Sekunden vor Schluss dieses Tor zu bekommen. Die Strafe kann man wahrscheinlich geben, muss man aber nicht!“

Lukas Haudum, Doppeltorschütze und Best Player bei Österreich, haderte mit dem späten Gegentreffer: „Generell können wir stolz sein auf die Leistung gegen so eine Topnation wie die Schweizer. Besser können wir fast nicht spielen, wir waren vorne sehr effektiv und haben das Beste daraus gemacht. Wir haben natürlich auch ein bisschen Glück gehabt, aber das haben wir uns verdient. Das war bitter am Schluss, die Schweizer waren eiskalt im Powerplay und so haben wir leider keinen Punkt geholt gegen die Schweiz!“

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